PRESSEMITTEILUNG

Donnerstag, 23. September 2004 11:25

Die Scania-Strategie für Euro 4, Euro 5 und für später

Saubere Verbrennung mit EGR. Keine zusätzlichen Substanzen erforderlich

Eine saubere Verbrennung mit Hilfe von EGR (Abgasrückführung) ist der Weg, mit dem Scania die Schadstoffnormen Euro 4 und Euro 5 erfüllt. Damit ist es Scania-Kunden mit EGR-Motoren möglich, ausschließlich herkömmlichen Diesel zu tanken, ohne dass Additive erforderlich sind. Der Kraftstoffverbrauch ist der gleiche wie bei den Euro 3-Motoren von Scania. Die ersten Euro 4-Motoren von Scania sind bereits auf dem Markt.

Auf der Scania IAA-Pressekonferenz in Hannover präsentierte der Vorstand von Scania seine Strategien für die Motorenentwicklung und die Senkung der Schadstoffemissionen im nächsten Jahrzehnt: eine saubere Verbrennung in Kombination mit bewährten technischen Lösungen, wie z. B. EGR, ermöglicht die Erfüllung von Euro 4 und Euro 5.

Leif Östling, der Vorstandsvorsitzende von Scania, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Gunnar Rustad, verantwortlich für Verkauf und Service, sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hasse Johansson, verantwortlich für Forschung und Entwicklung, betonten die Bedeutung des neuen Lkw-Programms und zukünftiger Motorentwicklungen für Scania und seine Kunden.

"Scania ist der einzige Hersteller von Schwerlastwagen, der bereits Lkw mit Euro 4-Motoren an seine Kunden ausliefert. Etwa 250 Lkw mit unserem neuen 420 PS starken Motor sind bereits im Einsatz", berichtete Gunnar Rustad.

"Das Scania-eigene EGR-System bietet einen Kraftstoffverbrauch wie bei Euro 3 - kombiniert mit maximalem Komfort. Scania-Kunden können somit Standard-Diesel tanken, ohne dass sie weitere Additive bedenken müssen", so Hasse Johansson.

"Transportunternehmer können sich darauf verlassen, dass Scania auch künftig komfortable Lösungen bereitstellt, die effizienten Kraftstoffverbrauch und maximale Nutzlastkapazität für Euro 4, Euro 5 und weitere Emissionsgrenzwerte gewährleisten. Der neue Euro 4-Motor von Scania ist effizient im Kraftstoffverbrauch. Sie können den Lkw damit überall mit Standard-Diesel tanken und fahren, und das ab sofort", fasste Leif Östling zusammen.

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Erster Euro 4-Motor auf dem Markt – September 2004
Der erste Scania-Motor, der nach der Schadstoffnorm Euro 4 zertifiziert ist, ist bereits auf dem Markt. Auf der Grundlage der EGR-Technologie funktioniert dieser Motor mit dem an allen Tankstellen verfügbarem herkömmlichen Dieselkraftstoff – und produziert Emissionen, die die Vorgaben von Euro 4 erfüllen. Dazu sind keinerlei zusätzliche Anstrengungen erforderlich, keine Additive und keine Zusatztanks, die der Fahrer befüllen muss.

Die Kombination mehrerer im Hause Scania entwickelter Technologien versetzt Scania in die Lage, seinen Kunden diese äußerst komfortable Lösung anzubieten. Gekühlte Abgasrückführung (EGR = Exhaust Gas Recirculation) senkt die Verbrennungstemperatur. Diese wiederum reduziert die Bildung von Stickoxiden im Brennraum. Die Hochdruckeinspritzung (Scania HPI) senkt die Partikelemissionen. Mit Hilfe der Turbocompound-Technologie gelang es den Ingenieuren von Scania, die Effizienz des Motors zu steigern und unter allen Betriebszuständen die optimale Menge der Abgase in den Brennraum zurückzuleiten.

So ist Scania in der Lage, die Euro 4-Schadstoffgrenzwerte ohne jegliche Nachbehandlung zu erfüllen. Die Emissionen werden direkt am Entstehungsort angegangen, nämlich im Brennraum selbst.

Die Verringerung der Stickoxide NOx bei der Verbrennung führt in der Regel zu einem Mehrverbrauch an Kraftstoff. Durch die Kombination der Scania-Technologien bleibt der Kraftstoffverbrauch auf gleicher Höhe wie bei Euro 3 - trotz der gesenkten Emissionen. Die Gesamtbetriebskosten bleiben unverändert, da keinerlei Additive notwendig sind.

Komplettes Programm von Euro 4-Motoren – ab Herbst 2005
Für das komplette Programm seiner Reihenmotoren setzt Scania auch zukünftig auf die Abgasrückführung und die Hochdruckeinspritzung. Ein wartungsfreier Oxidationskatalysator wird in den Schalldämpfer integriert. Einige Motoren nutzen die Turbocompound-Technologie.

Alle diese Motoren kommen mit dem Standard-Dieselkraftstoff aus. Unabhängig davon, wo der Fahrer tankt, werden die Schadstoffemissionen entsprechend Euro 4 gewährleistet. Kunden, die sich für diesen Motor entscheiden, benötigen keine Additive. Sie sind außerdem in der Lage, mehr Nutzlast zu transportieren, da sie weder den Zusatztank für AdBlue noch das Additiv selbst mitführen müssen.

Um ausreichende Kühlreserven bei den leistungsstärken V8-Motoren zu gewährleisten, setzt Scania dabei auf die Abgasentstickung mit Hilfe der SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction), um die Schadstoffgrenzwerte von Euro 4 zu erfüllen. Diese Lkw können dann in Regionen eingesetzt werden, in denen die Infrastruktur für AdBlue entsprechend ausgebaut ist oder können an Bord entsprechende Additive mitführen.


Die ersten Euro 5-Motoren – ab 2006
Ab 2006 bietet Scania drei Euro 5-Motoren auf der Grundlage der SCR-Technologie an – jeweils eine Motorleistung für die 5-, 6- und 8-Zylinder-Motoren des Unternehmens. Diese Motoren ermöglichen dem Transportunternehmer, die Steuer- und Mautvorteile maximal zu nutzen, die dann wahrscheinlich in Kraft getreten sind.

Komplettes Programm von Euro 5-Motoren
Lange vor dem Inkrafttreten der Euro 5-Schadstoffnorm im Jahre 2009, wird Scania ein komplettes Programm von Euro 5-Motoren einführen. Für diesen Schritt revidiert Scania seine Motorenplattform und stellt ein neuartiges Einspritzsystem auf Common-Rail-Grundlage vor (Scania XPI für besonders hohe Einspritzdrücke). Scania XPI erlaubt eine äußerst präzisere Steuerung des Verbrennungsprozesses in mehreren Stufen.

Alle diese Euro 5-Motoren – einschließlich der V8-Motoren – werden dann mit Scania XPI, EGR und Oxidationskatalysatoren ausgestattet sein.

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Dank seines hervorragenden Wirkungsgrades ist und bleibt der Dieselmotor auf Jahre hinweg die beste Alternative für schwere Güterkraftfahrzeuge. Mit Hilfe einer Kombination verschiedener Technologien wird es möglich sein, die Schadstoffemissionen auf einen Wert zu verringern, bei dem sich dann der Schwerpunkt der Schadstoffdiskussion auf die Kohlendioxid-Emissionen verlagern wird. Auch dies spricht letztendlich für den Dieselmotor, wie auch für seine Flexibilität bei der Verwendung unterschiedlicher Kraftstoffe, wobei zukünftig eine Mischung von Dieselkraftstoff und Biokraftstoffen attraktiver werden könnte. Eine interessante Alternative ist auch synthetischer Dieselkraftstoff, der aus Erdgas oder Bioabfällen produziert wird.

Langfristig konzentriert Scania seine Forschung auf den HCCI-Motor (Homogeneous Charge Compression Ignition), bei dem ein Kraftstoff-Luftgemisch außerhalb des Brennraums erzeugt wird, so wie bei den heutigen Ottomotoren. Dieses Kraftstoff-Luftgemisch wird dann genau wie beim Dieselmotor durch Verdichtung gezündet. Scania ist sehr optimistisch, was die Zukunft dieses Motortyps für schwere Güterkraftfahrzeuge betrifft. Das Unternehmen rechnet damit, dass dieser Motor in zehn bis 15 Jahren eingesetzt werden kann.